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Google Places API für Lead Generierung: Das komplette Setup-Tutorial

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wie du die Google Places API nutzt, um B2B-Leads in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu finden — kostenlos.

Andreas Indorf
Andreas Indorf

Gründer · anilead.io · 28. Februar 2026

Google Places API für Lead Generierung: Das komplette Setup-Tutorial

Die Google Places API ist für die Lead Generierung eine der stärksten Datenquellen im DACH-Markt: Google Maps ist mit nach Googles eigenen Angaben über 200 Millionen Orten und Unternehmen das vollständigste Firmenverzeichnis der Welt, und die Places API gibt dir offiziellen, programmatischen Zugriff darauf. In diesem Tutorial richtest du alles Schritt für Schritt ein — vom Cloud-Projekt über die Wahl zwischen Text Search und Nearby Search bis zu Feldmasken und dem aktuellen Preismodell (Stand Juli 2026).

Warum ist Google Places die beste Datenquelle für B2B-Leads?

Die Google Places API liefert aktuellere und vollständigere Firmendaten als jedes Datenbank-Abo, weil Unternehmen ihre Maps-Profile selbst pflegen und Google Änderungen laufend einspielt. Pro gefundenem Unternehmen bekommst du strukturiert:

  • Firmenname und Branchenkategorie
  • Adresse und GPS-Koordinaten
  • Telefonnummer und Website-URL
  • Öffnungszeiten und Bewertungen
  • Fotos und Beschreibungen

Gerade für den DACH-Mittelstand ist die Abdeckung hervorragend: Praktisch jeder Betrieb mit physischer Präsenz ist gelistet — vom Maschinenbauer bis zur Steuerkanzlei. Wichtig: Die Nutzung über die offizielle API unterscheidet sich grundlegend vom Scraping der Maps-Oberfläche, das gegen Googles Nutzungsbedingungen verstößt. Mehr dazu im Artikel Google Maps Scraping — was in Deutschland legal ist.

Schritt 1: Wie richtest du das Google-Cloud-Projekt ein?

Für die Places API brauchst du ein Google-Cloud-Projekt mit hinterlegtem Abrechnungskonto — auch wenn du nur das kostenlose Kontingent nutzt, verlangt Google eine hinterlegte Zahlungsmethode. Das Setup dauert etwa 15 Minuten:

  1. Gehe zu console.cloud.google.com und melde dich mit einem Google-Konto an
  2. Erstelle über die Projektauswahl oben links ein neues Projekt, zum Beispiel mit dem Namen "lead-generation"
  3. Richte unter Abrechnung ein Abrechnungskonto mit Zahlungsmethode ein und verknüpfe es mit dem Projekt
  4. Lege optional unter Budgets & Benachrichtigungen ein Budget mit Alarmschwelle an — so bekommst du eine E-Mail, bevor Kosten entstehen

Der Budget-Alarm ist kein Kostenlimit, sondern nur eine Benachrichtigung — wer hart deckeln will, drosselt zusätzlich die Anfragen-Quota der API in der Konsole.

Schritt 2: Wie aktivierst und sicherst du die Places API ab?

Die Places API (New) ist die aktuelle Generation der Schnittstelle und die richtige Wahl für neue Projekte — die klassische Places API gilt als Legacy. Aktivierung und Absicherung in vier Schritten:

  1. Öffne APIs & Services → Library, suche nach "Places API (New)" und klicke auf Aktivieren
  2. Erstelle unter APIs & Services → Credentials einen neuen API-Key
  3. Beschränke den Key unter API restrictions auf die Places API (New) — so kann ein geleakter Key keine anderen Google-Dienste auf deine Rechnung nutzen
  4. Setze unter Application restrictions eine IP-Beschränkung auf deinen Server, wenn die Abfragen von fester Infrastruktur laufen

Behandle den Key wie ein Passwort: nicht in Code-Repositories einchecken, sondern als Umgebungsvariable hinterlegen.

Text Search oder Nearby Search — welche Methode passt für Lead-Listen?

Text Search ist für die Lead-Generierung fast immer die richtige Wahl, weil sie freie Suchbegriffe wie "Steuerberatung Berlin" versteht; Nearby Search findet dagegen Orte eines bestimmten Typs im Umkreis von Koordinaten. Die Unterschiede im Überblick:

  • Text Search: Nimmt natürlichsprachige Anfragen aus Branche plus Region entgegen ("Softwareunternehmen München", "Maschinenbau Mittelstand Schwaben"). Pro Anfrage kommen bis zu 20 Ergebnisse zurück, per Folgeseiten-Token (nextPageToken) insgesamt bis zu 60 — laut offizieller Text-Search-Dokumentation ist bei 60 Ergebnissen Schluss
  • Nearby Search: Erwartet einen Mittelpunkt (Koordinaten), einen Radius und Ortstypen wie "electrician" oder "lawyer". Stark, wenn du ein Gebiet systematisch rastern willst, etwa alle Handwerksbetriebe im Umkreis von 20 Kilometern um eine Stadt

In der Praxis kombinierst du beides: Text Search für den branchenbezogenen Listenaufbau, Nearby Search um dichte Regionen kachelweise vollständig abzudecken, wenn die 60-Ergebnis-Grenze von Text Search limitiert. Die 60er-Grenze umgehst du bei Text Search außerdem, indem du eine Region in mehrere spezifischere Anfragen zerlegst — statt "IT-Dienstleister Bayern" also "IT-Dienstleister Nürnberg", "IT-Dienstleister Augsburg" und so weiter.

Was kostet die Google Places API? (Stand Juli 2026)

Die Google Places API hat seit dem 1. März 2025 ein neues Preismodell: Das frühere 200-Dollar-Monatsguthaben wurde abgeschafft und durch kostenlose Monatskontingente je SKU-Kategorie ersetzt — 10.000 Aufrufe für Essentials-, 5.000 für Pro- und 1.000 für Enterprise-Abfragen, wie Google in den offiziellen Billing-FAQ dokumentiert. Welche Kategorie abgerechnet wird, bestimmen die Felder, die du pro Anfrage anforderst:

SKU-KategorieFreikontingent pro MonatTypische FelderPreis Text Search (nach Freikontingent)
Essentials (IDs Only)10.000 AufrufeNur Place-IDs32 US-Dollar pro 1.000 Aufrufe
Pro5.000 AufrufeName, Adresse, Kategorie, Koordinaten32 US-Dollar pro 1.000 Aufrufe
Enterprise1.000 AufrufeZusätzlich Website, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Bewertung35 US-Dollar pro 1.000 Aufrufe
Enterprise + Atmosphere1.000 AufrufeZusätzlich Rezensionstexte und AusstattungsmerkmaleHöchste Stufe, für Lead-Listen unnötig

Für Lead-Listen brauchst du Website und Telefonnummer — also die Enterprise-Stufe. Die Rechnung sieht damit so aus: 1.000 kostenlose Enterprise-Aufrufe pro Monat mal bis zu 20 Ergebnisse pro Aufruf ergeben bis zu 20.000 Firmendatensätze pro Monat kostenlos. Danach kosten 1.000 weitere Aufrufe (bis zu 20.000 weitere Firmen) 35 US-Dollar. Die genauen Preise inklusive Mengenrabatten listet die offizielle Google-Preisliste; ältere Blogartikel, die noch mit dem 200-Dollar-Guthaben rechnen, sind seit März 2025 überholt.

Wie senken Feldmasken deine API-Kosten?

Eine Feldmaske (FieldMask) ist die Liste der Antwortfelder, die du pro Anfrage anforderst — und sie entscheidet über den Preis: Google rechnet jede Anfrage in der höchsten SKU-Kategorie ab, aus der du auch nur ein einziges Feld anforderst. Wer versehentlich ein Atmosphere-Feld wie Rezensionen mit anfordert, zahlt für die gesamte Anfrage den Spitzensatz.

Für eine kosteneffiziente Lead-Suche gilt deshalb:

  • Fordere nur an, was du wirklich brauchst — für Lead-Listen typischerweise: places.displayName, places.formattedAddress, places.nationalPhoneNumber, places.websiteUri, places.types
  • Verzichte auf Bewertungs- und Rezensionsfelder, wenn du sie nicht auswertest — sie heben die Anfrage in die teuerste Kategorie
  • Trenne Anwendungsfälle: Für reine Gebietsanalysen reicht die Pro-Stufe ohne Website und Telefon, mit dem größeren 5.000er-Freikontingent

Die Feldmaske übergibst du als HTTP-Header X-Goog-FieldMask mit kommagetrennten Feldpfaden. Ohne Feldmaske beantwortet die Places API (New) gar keine Anfrage — das zwingt dich sinnvollerweise, die Kostenfrage vor der ersten Abfrage zu beantworten.

Wie formulierst du Suchanfragen strategisch?

Die Qualität deiner Leads hängt direkt von der Qualität deiner Suchanfragen ab — die API findet nur, wonach du fragst. Vier Strategien haben sich bewährt:

  • Branche + Stadt: "IT-Dienstleister Frankfurt" — der Standard für den Listenaufbau
  • Branche + Region: "Maschinenbau Bayern" — breiter, aber durch die 60-Ergebnis-Grenze limitiert; besser in Städte zerlegen
  • Problem-orientiert: "Steuerberatung Mittelstand" — findet Anbieter, die sich selbst so positionieren
  • Nischen-spezifisch: "E-Commerce Agentur Düsseldorf" — weniger Ergebnisse, dafür höhere Trefferquote bei der Qualifizierung

Mit einem Sprachmodell wie Claude kannst du aus deiner Produktbeschreibung automatisch Dutzende Suchanfrage-Varianten generieren lassen — unterschiedliche Synonyme, Branchenbezeichnungen und Ortskombinationen, die du manuell nie vollständig aufschreiben würdest. Genau so arbeitet auch anilead.io: Aus deiner Zielkundenbeschreibung entstehen automatisch 8 bis 12 Suchanfragen pro Durchlauf.

Wie kommst du von der Website zur E-Mail-Adresse?

Die Places API liefert die Website-URL, aber keine E-Mail-Adresse — die Anreicherung ist der zweite Pipeline-Schritt. Ein Web-Crawler übernimmt das automatisch:

  1. Besuche jede gefundene Website programmatisch
  2. Prüfe die typischen Seiten /kontakt, /impressum und /ueber-uns auf E-Mail-Muster — die Impressumspflicht sorgt in Deutschland dafür, dass fast jede geschäftliche Website eine Adresse nennt
  3. Unterscheide generische Adressen (info@, kontakt@) von persönlichen und priorisiere letztere
  4. Validiere die Adressen technisch, bevor sie ins CRM gehen

Rechtlicher Hinweis: Eine extrahierte E-Mail-Adresse ist keine Erlaubnis für Werbe-E-Mails. Nach § 7 Abs. 2 UWG ist E-Mail-Werbung grundsätzlich einwilligungspflichtig, auch im B2B — plane den Erstkontakt deshalb über Telefon (bei mutmaßlicher Einwilligung), Brief oder LinkedIn und hole die E-Mail-Einwilligung dort ein. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

Ist die Nutzung der Places API für Lead-Generierung erlaubt?

Die Places API ist der von Google offiziell vorgesehene Weg, Maps-Daten programmatisch zu nutzen — im Gegensatz zum Scraping der Maps-Oberfläche, das gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Beachten musst du dennoch zwei Ebenen: Googles Plattformregeln (etwa Vorgaben zur Speicherung und Attribution von Inhalten, wobei Place-IDs dauerhaft gespeichert werden dürfen) und das deutsche Recht bei der anschließenden Nutzung der Daten. Da es sich um öffentlich einsehbare Geschäftsdaten handelt, lässt sich die Verarbeitung auf ein berechtigtes Interesse stützen (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO), wenn du die Interessenabwägung dokumentierst und Betroffenenrechte umsetzt. Die ausführliche Einordnung samt Abgrenzung zum Scraping findest du im Artikel Google Maps Scraping — was in Deutschland legal ist.

Fazit: Die komplette Pipeline

Google Places liefert Firmendaten, der Website-Crawler die E-Mail-Adressen, KI-Scoring die Priorisierung, der Export bringt alles ins CRM — diese vier Schritte ergeben eine vollständige Lead-Pipeline, deren Rohdaten dich im kostenlosen API-Kontingent keinen Cent kosten. Wie der gesamte Automatisierungs-Stack zusammenspielt, erklärt der Guide zur B2B-Vertriebsautomatisierung; welche weiteren kostenlosen Datenquellen sich ergänzend lohnen, zeigt der Artikel B2B Leads kostenlos generieren.

Wer die Pipeline nicht selbst bauen will: anilead.io ist eine B2B-Leadgenerierungs-Software für den DACH-Markt, die Unternehmen über Google Places findet, E-Mail-Adressen extrahiert und jeden Lead mit Claude AI bewertet. Ein eigener Google-API-Key ist nicht nötig — die Suche läuft über die anilead.io-Infrastruktur, die Datenverarbeitung auf EU-Servern in Frankfurt. Der Free-Plan enthält 50 Lead-Credits pro Monat, ohne Kreditkarte.

Häufige Fragen zur Google Places API für Lead-Generierung

Gibt es das 200-Dollar-Guthaben der Google Maps Platform noch?

Nein. Google hat das monatliche 200-Dollar-Guthaben zum 1. März 2025 abgeschafft und durch kostenlose Monatskontingente je SKU-Kategorie ersetzt: 10.000 Aufrufe für Essentials-, 5.000 für Pro- und 1.000 für Enterprise-Abfragen (Stand Juli 2026). Für Lead-Abfragen mit Website und Telefonnummer gilt das Enterprise-Kontingent von 1.000 Aufrufen pro Monat.

Wie viele Leads bekomme ich im kostenlosen Kontingent?

Bis zu 20.000 Firmendatensätze pro Monat: 1.000 kostenlose Enterprise-Aufrufe mal bis zu 20 Ergebnisse pro Text-Search-Anfrage. Verzichtest du auf Website und Telefonnummer, greift das Pro-Kontingent mit 5.000 Aufrufen — bis zu 100.000 Basisdatensätze. Der praktische Engpass ist selten die API, sondern die Kapazität für Qualifizierung und Ansprache.

Brauche ich Programmierkenntnisse für die Places API?

Für die direkte Nutzung ja — du brauchst ein Cloud-Projekt, einen API-Key und ein Skript, das Anfragen stellt und Antworten verarbeitet; mit Grundkenntnissen in Python oder JavaScript ist das an einem Nachmittag machbar. Ohne Programmierung nutzt du ein Tool wie anilead.io, das Places-Suche, E-Mail-Extraktion und KI-Scoring fertig verbaut hat und keinen eigenen API-Key voraussetzt.

Liefert die Places API auch E-Mail-Adressen?

Nein, E-Mail-Adressen sind kein Feld der Places API — sie liefert unter anderem Name, Adresse, Telefonnummer und Website-URL. Die E-Mail-Adresse gewinnst du im zweiten Schritt, indem ein Crawler die Firmenwebsite besucht und Kontakt- sowie Impressumsseiten auswertet. Beachte für die Ansprache § 7 UWG: Werbe-E-Mails setzen grundsätzlich eine Einwilligung voraus.

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